Als Backpacker durch Brasilien

Brasilien ist wahrlich ein traumhaftes Land - und man muss kein Vermögen besitzen, um es bereisen zu können. Für Backpacker gibt es viele Möglichkeiten, das wunderbare südamerikanische Land auch mit einem begrenzten Budget kennenzulernen.

Allein schon wegen seiner Größe von ca. 8.500.000 km², mit der es nach Russland, Kanada, den USA und China das fünftgrößte Land der Erde ist und deren Fläche fast 25 mal so groß wie die von Deutschland ist, bietet sich Brasilien schon zwangsläufig an für eine lange oder längere Backpacker-Erkundung.

Backpacker am Strand

Das Klima ist herrlich mild, die Kosten für Essen & Co. günstig - und auch mit Bus und Bahn kommt man preiswert durch das Land. Gleichzeitig ist das öffentliche Verkehrsnetz sehr gut ausgebaut. Zwischen allen größeren Städten verkehren Busse regelmäßig und mehrmals pro Tag, während das Bahnnetz nicht ganz so gut ausgebaut ist und sich lediglich auf die Verbindungen zwischen den Ballungsgebieten konzentriert. Einige Busgesellschaften bieten sogar spezielle Tickets an, die für einen bestimmten Zeitraum landesweit gültig sind und eine flexible Reise ganz nach den eigenen Wünschen ermöglichen. Oft ist diese Lösung günstiger, als sich viele einzelne Tickets zu kaufen.

Wer einen längeren Aufenthalt in Brasilien plant und möglichst viel vom Land sehen möchte, sollte sich als Erstes um eine günstige Unterkunft kümmern. Vor allem in den Großstädten gibt es eine Menge Hostels, die einen günstigen Aufenthalt ermöglichen. Selbst, wenn man dort einen vierwöchigen Aufenthalt plant, liegt dieser für viele junge Menschen gut im Budget. Oft kostet eine Übernachtung weniger als umgerechnet 10 Euro und spart deutlich mehr als ein Hotel. Wer lediglich ein "Bett zum Schlafen" braucht und ansonsten viel unterwegs ist, dem wird das Hostel völlig ausreichen.

Hostel im Urwald

Ein guter Tipp: Einige Hostels bieten die Möglichkeit, kostenlos übernachten zu können, wenn man dafür kleine Hilfsarbeiten - wie Putzarbeiten oder Rezeptionsdienst - übernimmt. So lässt sich noch einmal ein stattlicher Betrag sparen, den man stattdessen für das Reisen verwenden kann.

Hostels sind im Übrigen auch eine optimale Möglichkeit, andere Reisende aus aller Welt kennenzulernen, die vielleicht zu Mitreisenden oder sogar zu neuen Freunden werden können. Wer also bisher alleine unterwegs war und dringend Anschluss sucht, sollte einfach mal in einem gut besuchten Hostel vorbeischauen, ganz sicher wird man schnell ins Gespräch kommen.

Mit mehreren Leuten ist es im Übrigen auch deutlich preiswerter, sich ein Mietauto zu buchen: Die Kosten teilt man sich untereinander auf und das Abenteuer Backpacking kann beginnen!

Ein weiterer entscheidender Aspekt für eine hautnahe und intensive Wahrnehmung des weitestgehend tropischen Brasiliens ist seine phänomenale Naturkulisse: Neben der grünen Lunge unserer Erde, dem Amazonasgebiet, das immerhin das größte zusammenhängende Waldgebiet der Welt ist, gibt es auch dort den größten Artenreichtum weltweit sowie die unglaublich großen und sinnenbetäubenden Iguaçu-Wasserfälle, die dreimal größer als die Niagarafälle sind! Und das waren bei weitem noch nicht alle spektakulären Naturwunder...

Als reisehungriger Backpacker ist Brasilien nicht nur wegen seiner unendlich vielseitigen und andersartigen XXL-Natur(erscheinungen) eine begehrte Langzeitreise-Adresse, sondern auch besonders aufgrund seiner wirklich urbanen Millionenstädte, die ein krasser Kontrast zu der originären, unberührten Natur sind. Immerhin leben etwa 70% aller Brasilianer in Großstädten, wobei die mit Abstand größte Metropole São Paulo mit etwa 20,5 Millionen Einwohnern ist, gefolgt von Rio de Janeiro mit etwa 11,4 Millionen.

Frau mit Gitarre am Gleis

Wenn man als klassischer Rucksacktourist erst einmal in einer brasilianischen Großstadt gelandet ist, dann will man sich normalerweise auch möglichst kostengünstig fortbewegen. In Brasilien bieten sich hierbei im öffentlichen Nah- als auch Fernverkehr am ehesten Busse an. In den größeren Städten gibt es aber auch Metros bzw. U-Bahnen (wie in Rio de Janeiro, São Paulo, Belo Horizonte oder Porto Alegre und Brasilia), deren Streckennetze aber häufig (bis das von Rio de Janeiro und São Paulo, wo es absolut Sinn macht die wesentlich schnellere Metro dem Bus vorzuziehen) nicht gerade die besten sind.

Nahezu kaum existent sind jedoch Straßenbahnen (bis auf Rio de Janeiro als einzige große Stadt) als auch Eisenbahnen mit Personenverkehr (wenn überhaupt gibt es meistens touristisch genutzte Eisenbahnstrecken mit nostalgischen Zügen).

Bei der innerstädtischen Benutzung der ziemlich günstigen Busse in Brasilien ist es wichtig zu wissen, dass das Endziel des Busses jeweils ganz vorne angeschrieben ist und man in der Regel hinten ein- und vorne aussteigt. Da es oftmals keine Billetautomaten an den Haltestellen gibt, muss man vor dem Einsteigen beim Kassierer das Busticket lösen. Wenn man aussteigen will, zieht man an einer Klingelschnur, in den modernen Bussen gibt es aber auch Haltewunschknöpfe. Aufgrund der häufig sehr überfüllten Busse sollte man sich jedoch besonders vor Taschendieben in Acht nehmen!

Bei der Benutzung von Überlandbussen hin zu phänomenalen naturspezifischen Sehenswürdigkeiten oder Großstädten sind die Busse normalerweise recht komfortabel, pünktlich und preiswert. Auch gibt es gute Verbindungen zwischen den größeren Städten und von der jeweiligen größeren Stadt in alle kleineren Orte der Umbebung.

Boot auf dem Amazonas

Zwischen allen Seehäfen Brasiliens besteht zudem ein Fährdienst, den man alternativ zum Bus nutzen kann - falls man als erdgebundener Backpacker nicht allzu wasserscheu ist. Spätestens aber im Amazonasgebiet kommt man jedoch um ein Boot als Fortbewegungsmittel nicht mehr herum, da es dort das wichtigste Transportmittel ist.

Da ja Brasilien von seiner Fläche her riesig ist, bietet es sich auch an eventuell auf einen Inlandsflug zurückzugreifen, um wesentlich schneller voranzukommen als mit dem Bus.

Als abenteuerlicher und daher klassischer Backpacker ist es jedenfalls absolute Pflicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Nah- als auch im Fernverkehr das abenteuerliche Brasilien zu bereisen.